Die Regelinsolvenz

Arcandor, Hertie, Woolworth - Das Insolvenzverfahren für Firmen ist in aller Munde. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Firma zu sanieren und später ohne Schulden fortzuführen. Aber wie läuft ein solches Verfahren ab und worauf müssen Sie und Ihr Unternehmen sich einstellen?

Voraussetzungen für die Regelinsolvenz

Die Regelinsolvenz wurde eingeführt, damit auch selbstständig Tätige die Möglichkeit haben, ihre unternehmerischen wie auch persönlichen Schulden zu tilgen. Folglich ist das Regelinsolvenzverfahren für Gewerbetreibende und Freiberufler vorgesehen.
Demzufolge können Sie durch eine Insolvenz mit Ihrer Firma einen wirtschaftlichen Neuanfang anstreben. Das eigentliche Ziel des Verfahrens ist die Beseitigung sämtlicher Schulden durch die sogenannte Restschuldbefreiung.
Die Zahlungsunfähigkeit, eine Überschuldung bzw. eine drohende Zahlungsunfähigkeit ist Voraussetzung für ein Insolvenzverfahren. Unerheblich ist es dabei, ob die Schulden aufgrund der selbstständigen Tätigkeit entstanden sind oder aus anderen Verpflichtungen.

Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz?

Im Kontrast zur Privatinsolvenz ist die Regelinsolvenz ein Verfahren für alle selbstständig tätigen Personen. Dieses Verfahren kann auch bei einer ehemaligen Selbstständigkeit greifen. Eine Ausnahme besteht, sofern Sie
  • keine Schulden aus Arbeitsverhältnissen haben,
  • höchstens 19 Gläubiger haben und
  • Ihre selbstständige Tätigkeit beendet haben.
In einem solchen Fall können Sie Verbraucherinsolvenz anmelden. Sicherlich handelt es sich bei dem Verbraucherinsolvenzverfahren um das angenehmere Verfahren. Sofern es möglich ist, Privatinsolvenz zu beantragen, sollten Sie deshalb diesen Weg wählen.
Einen Vorteil stellen zum Beispiel die angenehmeren Insolvenzverwalter dar. In aller Regel sind die Insolvenzverwalter bei einer Regelinsolvenz sehr strikt und fechten zahlreiche Ihrer Entscheidungen an. Bei einer Verbraucherinsolvenz beschränkt sich die Arbeit hingegen auf die Einhaltung von Basispflichten.

Ihre professionelle Begleitung für die Regelinsolvenz

Der Weg in die Insolvenz bringt erwartungsgemäß viele Fragen mit sich. Eine bedeutende Thematik ist sicher die Möglichkeit der Fortführung ihres Betriebes oder die Sicherung der Arbeitsplätze Ihrer Angestellten. Aufgrund unserer Erfahrungswerte können wir Sie auch in diesen Themenbereichen umfassend und kompetent beraten. Ein weiterer Vorteil ist die Spezialisierung unserer Anwaltskanzlei auf Insolvenzrecht. Dadurch können wir Ihnen Wege zeigen um den größtmöglichen Anteil Ihrer Vermögenswerte zu erhalten.
Verzichten Sie in dieser heiklen Situation nicht auf eine anwaltliche Hilfe. Durch die anwaltliche Hilfe erhalten Sie die rechtliche Sicherheit bei Ihrer Entschuldung.

Ziel der Regelinsolvenz

Das Ziel des Insolvenzverfahrens ist natürlich der wirtschaftliche Neubeginn durch die Restschuldbefreiung. Hier gibt es verschiedene Wege, um dieses Ziel zu erreichen. Sie können Ihre Schulden innerhalb von 3 bis 6 Jahren verlieren. Entscheidend dafür ist, welche Kosten Sie nach der Eröffnung des Verfahrens bezahlen können.
Die Restschuldbefreiung tritt demnach
  • nach drei Jahren ein, wenn Sie die Verfahrenskosten und 35 Prozent der Schulden zahlen,
  • nach 5 Jahren ein, wenn Sie die Verfahrenskosten tragen,
  • nach sechs Jahren ein, wenn es Ihnen nicht möglich ist, Zahlungen zu leisten.
Für die Restschuldbefreiung sind die Höhe der Schulden und die Anzahl der Gläubiger unwichtig.Sie sind mit dem Ende des Insolvenzverfahrens von allen Schulden befreit.

Der Ablauf einer Regelinsolvenz

Alles in allem kann der Ablauf der Regelinsolvenz in drei Teilschritte unterteilt werden.
  1. Vorbereitungsphase
    Zu Anfang schätzen wir zusammen mit Ihnen Ihre Aussichten auf Erfolg ein. Hier empfehlen wird dringend, eine qualifizierte Beratung in Anspruch zu nehmen. Denn Fehler in dieser Phase können gravierende Auswirkungen haben. Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuell auf Sie zugeschnittenen Entschuldungsplan. So haben Sie in jeder Phase des Insolvenzverfahrens Orientierung.
    Bevor das Insolvenzverfahrens eröffnet wird beraten wir Sie schon zu allen Maßnahmen Vorbereitungen. Sie müssen z. B. ein weiteres Konto zu eröffnen, um Ihre Einkünfte vor Pfändungen zu schützen. Wir zeigen Ihnen alle Kniffe und Tricks, um Vermögen und Ihren Lebensunterhalt zu sichern.
    Die Entscheidung über die mögliche Fortführung Ihres Betriebs wird in dieser Phase getroffen. Aus diesem Grund beraten wir Sie ausführlich über die Vorteile der Insolvenz mit laufendem Betrieb oder der Gründung einer Auffanggesellschaft.
  2. Das Regelinsolvenzverfahren
    Anschließend reichen wir Ihren Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Gericht ein. Das Gericht stellt Ihnen schon jetzt den sogenannten vorläufigen Insolvenzverwalter zur Seite. Dieser soll dafür sorgen, dass die Gläubiger einen größtmöglichen Anteil Ihrer Schulden zurückerhalten. Wir stehen Ihnen jederzeit im Umgang mit den oft rigorosen Insolvenzverwaltern zur Seite.
    Die Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens birgt eine direkte Entlastung: Ab jetzt haben Sie Pfändungsschutz Gleichzeitig wird der Insolvenzverwalter festgelegt. Im Normalfall ist dieser identisch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter.
  3. Wohlverhaltensperiode
    Anschließend beginnt die 3, 5 oder sechs Jahre andauernde Wohlverhaltensperiode. Sie haben währenddessen eine weitreichende Entscheidungsfreiheit, allerdings einige Obliegenheiten gegenüber dem Insolvenzverwalter. Diese sind, wie beispielsweise die Angabe des Wohnortwechsels, leicht zu erfüllen.
  4. Die Restschuldbefreiung
    Am Ende des Regelinsolvenzverfahrens folgt die Restschuldbefreiung. Ab diesem Moment sind Sie von sämtlichenSchulden befreit.